|
Theatergruppe Lampenfieber feiert Premiere mit „Außer Kontrolle“ (WZ vom 1.6.2010 von Sybille Lietz)
Die Freude der Amateurdarsteller der Theatergruppe „Lampenfieber“ aus Bomlitz war groß, als nach der Premiere ihres neuen Stücks „Außer Kontrolle“ nach zwei Stunden Witz und Humor der überschwängliche Jubel des Publikums auf der Bühne verklungen war. Auch die Wahl eines anderen Auftrittsortes der Theatergruppe für die Premiere (diesmal nicht auf heimsicher Bühne im Schulzentrum Bomlitz, sondern am vergangenen Sonnabend im Kursaal in Bad Fallingbostel) hatte keine Nachteile: Viele Besucher ließen sich die erste Vorstellung nicht entgehen.

Bad Fallingbostel (sl). Und zu Recht, denn die Komödie „Außer Kontrolle“, ein Werk von Ray Cooney, strahlte mit allen Raffinessen feinen britischen Humors. Die Lust an so viel komischen Turbulenzen und aberwitzigen Katastrophen in atemberaubendem Tempo war den Schauspielern anzumerken und trieb dem begeisterten Publikum die Tränen vor Lachen nur so in die Augen. So ahnt Staatsminister Wiley, gespielt von Ulrich Stampa, der bei einem Termin im Parlament einen Seitensprung mit der Sekretärin der Opposition, Peggy (Cornelia Pötszch), im Westminster-Hotel in London einplant, nicht, welche Folgen das hat. Alles ist arrangiert für eine kurze Affäre zwischen den Staatsterminen, bis ein lebloser Körper (Harald Rediske) vom Fenstersims des Hotelzimmers baumelt und Wiley schon die Schlagzeilen sieht: „Staatsminister bei Sekretärin der Opposition mit Leiche erwischt.“ Wileys Sekretär, George Peddingten (Olaf Welke), soll die vertrackte Situation retten. Schnell wird die Leiche vor den Augen des Hotelpersonals im Schrank versteckt und eine zweite Suite für den Sekretär gebucht, der vorgeben soll, mit Peggy auf Hochzeitsreisen zu sein, um den Verdacht vom Staatsminister abzulenken und heimlich vollends die Leiche verschwinden zu lassen. Nicht nur, dass Peggy ihren Ehemann Ronnie (Hrysowalantis Pavlidis), einen aufbrausenden Italiener, der einen Detektiv auf den Liebhaber seiner Frau angesetzt hat, an der Hotelrezeption sieht, sondern auch Wileys Ehefrau Pamela (Heidi Tonne) will ihren Gatten mit einem Kurzbesuch überraschen. Kellnerin Zara Beluga (Petra Lühmann) lauscht an der Tür zu Zimmer 648 und wittert Verdacht sowie eine kräftige Portion Trinkgeld, nach dem Hotelmanagerin Paula Stör (Regina Will) einen Eindringling sucht, der an einem Hotelfenster der Suite gesehen wurde. Auch Krankenschwester Gladys (Birgit Kempe), die sich um die Mutter von George kümmert, will nach dem Rechten sehen. Das Hotelfenster mit Feuertreppe wird nach und nach zur bevorzugten Einstiegsluke über die nicht nur Leichen und Liebschaften ein- und ausgehen, sondern auch die Austern und der Sekt serviert werden. Leichen erwachen wieder zum Leben, und Sekretär George Peddingten, als Pflichtbewusstes Muttersöhnchen, entdeckt seine Qualitäten als unwiderstehlicher Liebhaber. Mit aufbrausenden Handgreiflichkeiten, betörenden Liebesbekundungen mit Rollstühlen und kaputten Fenstern verwandeln die Darsteller die Bühne in ein Zentrum bürgerlicher Katastrophen, so dass die Zuschauer manchmal schon Mühe hatten, den roten Faden zu behalten. |