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Eigentlich plaudert man als Regisseurin ungern aus dem Nähkästchen. Aber auf die letzte Produktion, besonders das Bühnenbild, kann ich besonders Stolz sein. Die Theatergruppe Lampenfieber im Forum Bomlitz wählte die spritzige Komödie von Curth Flatow „Der Mann, der sich nicht traut“ und die hat bekanntlich acht!!! Bühnenbilder. Standesamt, Wohnküche Jäger, Julias Schlafzimmer, Boutique, Krankenzimmer, Lämmchens Wohnung, Sonjas Feriendomizil, Teddys Telefonzelle, und das im ständigen Wechsel! Da war erst einmal mit unseren Technikern und Bühnenbildnern „Brainstorming“ angesagt. Durch meine Schulung im Theater Metronom in Hütthof bin ich überzeugt – weniger ist oft mehr – und gibt den Blick auf das Wesentliche, das Schauspiel frei. Befreit haben wir uns daher von unseren sonst so aufwändigen, detailgetreuen Bühnenaufbauten. Wie schon der Autor zu Beginn schreibt: „Wenn Sie die Wahl haben, zwischen einer hübschen und der „schnellsten“ Dekoration, dann wählen Sie die hübscheste und schnellste“ und das taten wir! Wir waren uns einig, dass die Telefongespräche von Sonja, Teddy und Lämmchen nur am Rande, nicht auf der Hauptbühne stattfinden müssen. Von daher bauten wir einfach eine Telefonzelle für Teddy ins Publikum. Lämmchen und Gaby telefonierten ebenfalls am Rand des Geschehens. Die Hauptbühne gestalteten wir so, dass sie zu allen Bühnenbildern passte. Der Schreibtisch aus dem Standesamt war gleichzeitig der Frühstückstisch (Tischdecke drauf) und auch Boutiquetresen und wurde nur entsprechend umgestellt. Ebenso wurden immer die gleichen Stühle verwendet. Das Schlafzimmerbett (ein einfaches Gästeklappbett) war später das Bett im Krankenhaus, nur mit einer weißen Zudecke. Ein Garderobenständer diente für Jacken, Mäntel, Hüte und wurde im Krankenhaus mit Infusionsflaschen behängt. Ein Drehregal wurde von der einen Seite mit Utensilien für Jägers Standesamt, auf der anderen Seite mit allen Requisiten für Jägers Wohnküche aber auch für die Boutique bestückt. Es wurde eben nur entsprechend gedreht. Wir aßen und tranken alle von einem Frühstückstablett und benutzten auch immer die gleichen Tassen und Handtücher! Die Fensterfront mit Glastür und zwei großen Bodenscheiben, wurde mit drei Jalousien abgehängt. Im Standesamt blieben alle unten, bei Julia wurden zwei, bei Jäger eine hochgezogen. In der Boutique waren alle Jalousien oben. Die Umkleide in Julias Boutique, war einfach unser Vorhang hinter dem sich Jäger umzog. Den Kleiderständer der Boutique schob Julia immer während ihres Auftritts rein. Schließlich hat man als Boutiquebesitzerin auch draußen Kleidung, die bei Regen rein muss. Der Clou aber war, dass immer die Darsteller die zuletzt in der Szene waren, auf offener Bühne ohne Vorhang, mit leicht abgedunkeltem Licht, mit Musik rasend schnell umbauten. Das Publikum wurde zum Voyeur und belohnte uns nicht nur mit Szenenapplaus, sondern zum Schluss mit Minuten anhaltenden „Standing Ovations“! Bilder - siehe hier
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